Was macht ein tibetischer Mönch am Nürburgring?(WochenSpiegel)


RM | 02.05.2014





Wenn am Nürburgring Massen von Motorsport-Fans ein und aus gehen und nun – nachdem neue Geldgeber für den insolventen Komplex gefunden sind – auch wieder sozialdemokratische Landespolitiker den Weg dorthin finden, so fällt ein tibetischer Mönch in seinem roten Gewand in den betongrauen Hallen dennoch auf. Braucht der Ring trotz neuer Investoren und einer hoffnungsvoll in die Zukunft blickenden Ministerpräsidentin dennoch himmlischen Beistand?

Nicht ganz. Mönch Ringu Tulku Rimpotsche ist Gelehrter aller vier großen tibetisch-buddhistischen Schulen. Er wurde in Tibet geboren und flüchtete 1959 vor der chinesischen Volksbefreiungsarmee nach Indien, wo er bis heute lebt. Der tibetische Lama bereitete am Nürburgring zusammen mit Horst-Günter Rauprich aus Bad Münstereifel den Besuch eines hohen tibetischen Würdenträgers vor: Karmapa Orgyen Thrinle Dorje, einer der höchsten Gelehrten des tibetischen Buddhismus, kommt vom 28. Mai bis 9. Juni erstmals nach Europa und wird auch am Nürburgring vor 1500 Gläubigen spirituelle Unterweisungen geben. 

In der Einladung heißt es: „Wie sein Vorgänger empfindet der XVII. Karmapa eine starke persönliche Verbindung mit Europa. Er sagte oft, in einer seiner früheren Inkarnationen habe er als Bauer in Europa gelebt.“

Seine Heiligkeit der XVII. Karmapa gilt als die Zukunftshoffnung der Tibeter. Er wird nach dem Dalai Lama und dem Panchen Lama als bedeutendster Vertreter des Buddhismus verehrt. Der heute 28-jährige Lama lebt in unmittelbarer Nähe zum Dalai Lama an dessen Indischen Exilsitz in Dharamsala und pflegt eine sehr enge Beziehung zum spirituellen Oberhaupt der Tibeter.

 „Die Karten für die Veranstaltungen waren binnen drei Stunden über das Internet weg“, berichtet Rauprich, Vorsitzender der Karma Kagyü Gemeinschaft, der deutschen Niederlassung der Glaubensrichtung. Veranstaltungen wird es neben dem Nürburgring auch in Berlin und in Langelfeld/Eifel am Kamalashila Institut für buddhistische Studien und Meditation, der Europaresidenz seiner Heiligkeit, geben.  

Am Nürburgring galt es für das Tandem aus Indien und Bad Münstereifel noch Organisatorisches vorzubereiten. Die Veranstaltungen seiner Heiligkeit sollen mit zur zukünftig besseren Auslastung des Kongressbereichs am Ring beitragen und finden im Bitburger Event-Center Nürburgring statt. „We are the future of Nürburgring“, sagte Mönch Ringu Tulku Rimpotsche  lächelnd.

Gleichzeitig nutzten er und Rauprich die Gelegenheit, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die zum Bürgerdialog am Nürburgring weilte, über den bevorstehenden hohen Besuch zu Informieren und zu einem VIP-Empfang in Langenfeld einzuladen. Ob sie kommt, ist noch offen.

Mehr Infos unter www.karmapa-germany.de.

(Foto: Menz)

http://www.wochenspiegellive.de/ahr/staedte-gemeinden/adenau/nachrichtendetails/obj/2014/05/02/was-macht-ein-tibetischer-moench-am-nuerburgring/

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